Crypto-Mining in Georgien: Gesetze, Lizenzierung und Steuervorteile 2026
Crypto-Mining in Georgien: Gesetze, Lizenzierung und Steuervorteile 2026
Stell dir vor, du könntest Kryptowährungen schürfen - ohne Steuern, ohne komplizierte Lizenzen, und mit Strom, der fast kostenlos ist. Das ist nicht Science-Fiction. Das ist Georgien im Jahr 2026. Seit 2023 hat das Land ein klares, durchdachtes Regelwerk für Kryptomining aufgebaut - und es funktioniert. Georgien zählt heute zu den zehn größten Kryptomining-Nationen der Welt, mit einem Anteil von 5 % am globalen Mining-Volumen. Das ist ein Sprung von weniger als 1 % im Jahr 2019. Warum? Weil die Regierung nicht versucht, das Geschäft zu stoppen. Sie hat es regelt, vereinfacht und sogar gefördert.
Wer darf schürfen? Privatpersonen vs. Unternehmen
In Georgien gibt es zwei Welten: die der Privatleute und die der Unternehmen. Und die Unterschiede sind entscheidend.
Als Privatperson darfst du so viel Kryptowährung schürfen, wie du willst. Keine Lizenz. Keine Anmeldung. Keine Steuern. Egal, ob du mit einem einzelnen ASIC-Miner in deinem Keller arbeitest oder mit zehn Geräten in einem umgebauten Lagerhaus. Deine Gewinne aus Mining gelten als persönliches Eigentum - nicht als Einkommen. Das bedeutet: Du musst sie nicht versteuern. Das ist einzigartig. In den meisten Ländern zahlen Privatleute Kapitalertragssteuer auf Mining-Gewinne. In Georgien? Null. Keine Abgabe. Keine Meldepflicht.
Anders bei Unternehmen. Wenn du eine Firma gründest, um professionell zu schürfen - mit mehr als 100 Maschinen, mit Team, mit Büro - dann musst du dich registrieren. Aber nicht für das Mining selbst. Das Mining als Aktivität ist nicht lizenzpflichtig. Was du brauchst, ist eine VASP-Lizenz (Virtual Asset Service Provider), wenn du auch Wallet-Dienste, Handel oder Custody anbietest. Falls du nur schürfst und die Coins dann an Börsen verkaufst, brauchst du keine VASP-Lizenz - aber du musst deine Firma als gewerbliches Unternehmen beim Handelsregister anmelden, wie jede andere Firma auch.
Die zwei Wege zur Lizenz: VASP vs. Tbilisi Free Zone
Wenn du als Unternehmen tätig sein willst, hast du zwei Optionen - und die Wahl beeinflusst deine Kosten, deine Steuern und deine Compliance-Pflichten.
Die erste Option ist die VASP-Lizenz (Virtual Asset Service Provider) der Nationalbank von Georgien (NBG). Diese Lizenz ist für Unternehmen gedacht, die innerhalb des regulären georgischen Finanzsystems operieren. Du musst strenge AML/KYC-Regeln einhalten: Alle Kunden identifizieren, Transaktionen überwachen, verdächtige Aktivitäten melden. Die Lizenz kostet etwa 2.000-4.000 Euro für die Anmeldung, plus jährliche Gebühren und Kosten für Compliance-Training und Sicherheitsaudits. Die VASP-Lizenz ist die sicherste, aber auch die aufwendigste Variante.
Die zweite Option ist die Tbilisi Free Zone (FIZ) (Tbilisi Free Zone Crypto License). Das ist ein Steuerparadies innerhalb des Landes. In der Free Zone zahlst du keine Unternehmenssteuern, keine Umsatzsteuern, keine Dividendensteuern. Die Lizenz ist günstiger - etwa 1.000-2.500 Euro einmalig - und die Compliance-Anforderungen sind weniger streng. Du musst dich nicht bei der NBG registrieren, sondern nur bei der Free Zone Authority. Die FIZ ist ideal für Mining-Firmen, die ihre Coins nicht in Georgien verkaufen, sondern direkt an internationale Börsen senden. Viele chinesische und russische Mining-Unternehmen haben ihre europäischen Operationen hierher verlegt, weil sie so steuerfrei operieren können.
Warum Georgien? Strom, Klima und Infrastruktur
Regeln sind wichtig - aber ohne Strom ist Mining nichts. Und hier liegt Georgiens größter Vorteil: billiger, grüner Strom.
Das Land hat eine der niedrigsten Stromkosten der Welt - oft unter 0,03 Euro pro kWh. Warum? Weil es reich an Wasserkraft ist. Über 80 % des Stroms kommen aus Flüssen und Staudämmen. Und weil das Klima in den Bergregionen kalt ist, brauchst du kaum zusätzliche Kühlanlagen. Das senkt die Betriebskosten massiv. Ein Mining-Container in Texas oder Kasachstan verbraucht 30 % mehr Energie für Kühlung als ein identischer Container in den Bergen von Svanetien.
Die 2 % des gesamten georgischen Stromverbrauchs, die vom Mining verbraucht werden, sind nicht überlastend - sie sind vernachlässigbar. Die Regierung hat das erkannt und keine Einschränkungen eingeführt. Im Gegenteil: In Tbilisi und Kutaisi gibt es spezielle Industriezonen mit Hochleistungsstromleitungen, die extra für Mining-Firmen ausgelegt wurden. Du findest dort nicht nur Strom, sondern auch schnelles Internet, sichere Serverräume und sogar lokale IT-Support-Teams, die auf Kryptofirmen spezialisiert sind.
Was muss man beachten? Compliance und Risiken
Georgien ist kein Rechtswildwesten. Die Regulierung ist modern - und sie wird streng durchgesetzt.
Die Financial Monitoring Service (FMS) (Financial Monitoring Service) der NBG überwacht alle Transaktionen. Wenn du als Unternehmen arbeitest, musst du alle Transaktionen protokollieren, Kunden identifizieren und Verdachtsmeldungen abgeben. Die FMS hat die Befugnis, Konten zu sperren, Geldwäsche-Fälle zu untersuchen und Bußgelder zu verhängen. Im März 2024 hat der IWF Georgien explizit dafür gelobt, dass es seine AML-Regeln für Kryptowährungen verschärft hat - aber auch gewarnt: „Kein Nachlassen.“
Ein weiteres Risiko: Die Regeln ändern sich. Die VASP-Vollimplementierung läuft bis 2026. Ab dann müssen auch Mining-Firmen, die Wallets oder Exchange-Dienste anbieten, strengere Protokolle einhalten. Wer heute noch denkt, er könne „einfach weitermachen“, läuft Gefahr, plötzlich nicht mehr kompatibel zu sein. Die besten Betreiber arbeiten mit lokalen Rechtsberatern zusammen - nicht mit Anwälten aus Berlin oder New York. Die georgischen Experten wissen, wie die NBG wirklich denkt.
Wie sieht die Zukunft aus?
Georgien will nicht nur der beste Ort zum Schürfen sein - es will der beste Ort zum Entwickeln von Blockchain-Technologien werden.
Die Regierung plant neue Rechenzentren, die mit KI-optimierten Kühlungssystemen ausgestattet sind. Es gibt Pilotprojekte mit der Universität Tbilisi, um Blockchain-Lösungen für Landwirtschaft und Logistik zu testen. Und im Jahr 2026 soll eine nationale digitale Währung getestet werden - nicht als Ersatz für den Lari, sondern als Testplattform für CBDCs (Central Bank Digital Currencies).
Die Zahl der Mining-Firmen wächst weiter - vor allem aus Asien und Osteuropa. Aber auch amerikanische und europäische Unternehmen kommen, weil sie hier eine stabile, vorhersehbare Umgebung finden. Kein plötzliches Verbot. Kein abruptes Steuererhöhung. Kein politischer Ruck.
Wenn du in 2026 Kryptomining starten willst - und du willst es richtig machen - dann ist Georgien nicht nur eine Option. Es ist die beste Option auf dem Markt.
Frequently Asked Questions
Darf ich als Privatperson in Georgien Kryptowährungen schürfen, ohne eine Lizenz zu beantragen?
Ja, absolut. Privatpersonen dürfen in Georgien Kryptowährungen schürfen, ohne jegliche Lizenz, Anmeldung oder Steuererklärung. Deine Mining-Gewinne gelten als persönliches Eigentum und sind steuerfrei. Du musst nichts melden - weder der Nationalbank noch dem Finanzamt. Das gilt für einen einzelnen Miner genauso wie für zehn Geräte in deinem Keller.
Benötige ich eine Lizenz, wenn ich ein Mining-Unternehmen gründe?
Nur, wenn du auch andere Dienstleistungen anbietest - wie Wallets, Handel oder Custody. Das Mining selbst ist nicht lizenzpflichtig. Du musst deine Firma als gewerbliches Unternehmen beim Handelsregister anmelden. Wenn du aber Kryptowährungen speicherst, handelst oder für Kunden verwahrst, brauchst du eine VASP-Lizenz der Nationalbank von Georgien oder eine Lizenz aus der Tbilisi Free Zone.
Was ist der Unterschied zwischen einer VASP-Lizenz und einer FIZ-Lizenz?
Die VASP-Lizenz ist die offizielle Lizenz der Nationalbank von Georgien und gilt für Unternehmen im regulären Finanzsystem. Du musst strenge AML/KYC-Regeln einhalten und jährliche Gebühren zahlen. Die FIZ-Lizenz kommt aus der Tbilisi Free Zone - einem steuerfreien Wirtschaftsgebiet. Hier zahlst du keine Steuern, die Compliance ist weniger aufwendig, und die Kosten sind niedriger. Die FIZ ist ideal für Mining-Firmen, die ihre Coins international verkaufen.
Wie hoch sind die Stromkosten für Kryptomining in Georgien?
Die Stromkosten liegen zwischen 0,02 und 0,03 Euro pro kWh - eine der niedrigsten Preise weltweit. Das liegt an der hohen Wasserkraft-Nutzung (über 80 % des Stroms) und dem kühlen Klima in den Bergregionen, das die Kühlkosten reduziert. Ein Mining-Betrieb in Georgien verbraucht bis zu 30 % weniger Energie für Kühlung als in heißen Ländern wie Texas oder Saudi-Arabien.
Wie streng wird die Regulierung in Georgien durchgesetzt?
Sehr streng - aber nur für Unternehmen. Die Financial Monitoring Service (FMS) überwacht alle Transaktionen von VASP-Lizenzinhabern und kann Konten sperren, Geldwäsche-Fälle untersuchen und Bußgelder verhängen. Privatpersonen werden nicht überwacht - solange sie keine geschäftlichen Aktivitäten betreiben. Die Regierung hat klare Grenzen gezogen: Keine Kontrolle über Privatleute, strenge Regeln für Unternehmen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wird die Regulierung in Georgien bald verschärft?
Ja, aber kontrolliert. Bis 2026 wird die VASP-Regulierung vollständig implementiert - mit strengeren Anforderungen an Transparenz und Berichtspflichten. Es gibt aber keine Pläne, Mining zu verbieten oder Steuern einzuführen. Im Gegenteil: Die Regierung will die Branche weiter ausbauen. Die Änderungen betreffen hauptsächlich Unternehmen, die Wallets oder Exchange-Dienste anbieten. Privatleute bleiben unberührt.
Daniel Schädler
Januar 25, 2026 AT 03:16Stefaan Scheyltjens
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