MyCoinStory Crypto Exchange Review: War es jemals sicher oder ist die Plattform tot?
Wenn du nach einer neuen Kryptowährungs-Plattform suchst, bist du vielleicht auf MyCoinStory gestoßen. Die Website wirbt mit schnellen Handelsbedingungen, niedrigen Gebühren und exotischen Futures-Produkten. Aber was ist wirklich dran? Und warum gibt es heute fast keine Spur mehr davon?
Was war MyCoinStory wirklich?
MyCoinStory (MCS) war 2020 als spezialisierte Derivatetrading-Plattform gestartet. Der Fokus lag auf Perpetual Contracts - also unendlichen Futures-Verträgen, die ohne Ablaufdatum gehandelt werden können. Das klang damals innovativ. Besonders hervorgehoben wurde, dass MCS als erste Börse die Futures von TRONs SUN und Klaytns KLAY angeboten hatte. Das war ein echter Unterschied zu Binance oder OKX, die damals noch auf Bitcoin und Ethereum fokussiert waren.Die Börse stellte sich als von Finanzexperten entwickelt dar, mit einem klaren Ziel: ein inklusives Trading-Umfeld für fortgeschrittene Nutzer zu schaffen. Die Gebühren waren konkurrenzfähig: Taker-Fee von 0,04 % und Maker-Fee von 0,02 %. Im Vergleich zum Branchendurchschnitt von 0,0591 % (Taker) und 0,0215 % (Maker) war das ein klarer Vorteil. Die Bitcoin-Abhebungsgebühr lag bei 0,0005 BTC - leicht unter dem Durchschnitt.
Die große Lücke: Keine Mobile App, kein Fiat, kein Volumen
Aber hier kommt der Haken: MyCoinStory bot keine mobile App für iOS oder Android an. Das war ein riesiger Nachteil. Laut einer Studie von CoinGecko 2022 nutzen 92 % der Top-20-Kryptobörsen eine App. 78 % der Trader greifen heute hauptsächlich vom Handy aus auf ihre Börse zu. Ohne App? Du bist auf deinen Laptop angewiesen. Das schließt viele Menschen aus.Zudem: Keine Fiat-Ein- oder Auszahlungen. Du konntest nur mit Kryptowährungen handeln - kein EUR, kein USD, kein GBP. Das bedeutete: Du musstest erst auf einer anderen Börse deine Euros in Bitcoin oder USDT umwandeln, dann auf MyCoinStory überweisen. Ein unnötiger Umweg.
Und dann das Schlimmste: Kein Handelsvolumen. Laut Bitcoin.com im November 2020 hatte MCS einen täglichen Umsatz von 100 Millionen US-Dollar. Heute? Cryptogeek.info zeigt im Jahr 2023: 0 Handelspaare. 0 Handelsvolumen. 0 Aktivität. Die Plattform ist entweder komplett offline oder existiert nur noch als leere Hülle.
Technik, Support und Entwicklung: Was ist mit dem Backend?
Die GitHub-Seite des Unternehmens (mcs-exchange) wurde zuletzt 2021 aktualisiert. Ein einziger Repository mit generischen Token-Daten - kein API-Dokumentation, keine Updates, keine Fehlerbehebungen. Das ist kein Zeichen einer aktiven Entwicklung. Vergleiche das mit Binance oder Bybit: Da gibt es wöchentliche Updates, offene API-Dokumente und aktive Entwickler-Communities.Der Kundensupport wurde als 24/7 angepriesen. Aber wer hat das jemals getestet? Es gibt nur ein einzigen Nutzerkommentar auf allen großen Plattformen - und der enthält keine Details. Keine Aussage zu Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit oder Problemlösung. Keine Diskussionen auf Reddit. Keine Threads in r/CryptoCurrency. Keine Reviews auf Trustpilot. Keine Social-Media-Aktivität seit Dezember 2020. Twitter hat 1.247 Follower - aber der letzte Tweet ist drei Jahre alt.
Regulierung und Risiko: Wo war die Börse registriert?
Hier wird’s gefährlich. Einige Quellen sagen, MyCoinStory sei in Singapur ansässig. Andere behaupten, es sei in den Seychellen registriert. Die Seychellen haben keine strenge Krypto-Regulierung. Keine Lizenz, keine Aufsicht, kein Rechtsschutz für Nutzer. Wenn du Geld auf eine Börse in der Seychellen einzahlst und die Plattform verschwindet - du hast keine rechtlichen Möglichkeiten, es zurückzufordern.Das ist kein Risiko, das du eingehen solltest. Im Vergleich: Coinbase Derivatives ist in Großbritannien lizenziert, LedgerX in den USA durch die CFTC reguliert. Bei diesen Plattformen weißt du: Wenn etwas schiefgeht, gibt es eine Behörde, die eingreifen kann. Bei MyCoinStory? Nichts.
Warum ist MyCoinStory gescheitert?
Es gab drei Hauptgründe:- Keine Liquidität: Ohne Trader gibt es keinen Handel. Ohne Handel gibt es keine Gebühren. Ohne Gebühren keine Einnahmen. Ohne Einnahmen keine Wartung. Ein klassischer Abwärtstrend.
- Keine Nutzerbasis: Keine App, kein Fiat, keine Werbung - wer sollte das nutzen? Die Zielgruppe war zu klein, die Barriere zu hoch.
- Keine Transparenz: Keine Updates, keine Kommunikation, kein Roadmap. Das ist kein Zeichen eines Unternehmens - das ist ein Zeichen eines Projekts, das aufgegeben wurde.
Die Derivatetrading-Börse hat sich 2020 in einem Markt mit 500 Milliarden US-Dollar Quartalsvolumen positioniert. Heute liegt das Volumen bei über 2 Billionen. Aber nur die Top 5 - Binance, Bybit, OKX, BitMEX, KuCoin - kontrollieren 83 % davon. MyCoinStory war nie groß genug, um mitzuhalten. Es war ein kleiner Spieler, der sich zu früh auf ein Nischenprodukt versteckt hat - und dann verschwunden ist.
Was bleibt - und was solltest du tun?
MyCoinStory existiert heute nicht mehr als funktionierende Börse. Die Website könnte noch online sein - aber sie ist eine Fassade. Die Handelsengine ist abgeschaltet. Die Konten sind wahrscheinlich blockiert. Die Gelder sind verschwunden - oder wurden nie wirklich gesichert.Wenn du noch ein Konto bei MyCoinStory hast: Hebe dein Geld sofort ab - wenn du kannst. Aber sei realistisch: Es ist sehr wahrscheinlich, dass du es nicht mehr zurückbekommst. Keine Antwort vom Support. Keine Rechnung. Keine Antwort auf E-Mails.
Wenn du nach einer sicheren Derivatetrading-Plattform suchst: Schau dir Bybit, Binance Futures oder OKX an. Alle haben Apps, Fiat-Ein- und Auszahlungen, hohe Liquidität, klare Regulierung (in mindestens einem Markt) und tausende aktive Nutzer. Sie haben sich bewährt. MyCoinStory hat sich nicht bewährt. Es ist Geschichte.
Warum du MyCoinStory nicht nutzen solltest - selbst wenn es noch funktionieren würde
Selbst wenn die Plattform morgen wieder online käme - du solltest sie nicht nutzen. Warum?- Keine Beweise für Sicherheit: Keine Audits, keine Multi-Sig-Wallets, keine Transparenzberichte.
- Keine Nutzererfahrungen: Keine Reviews, keine Community, keine Erfolgsstorys.
- Keine Zukunft: Kein Team, keine Entwicklung, kein Support.
- Kein Rechtsschutz: Seychellen-Registrierung = kein Weg zurück, wenn etwas schiefgeht.
Die Krypto-Welt ist voll von Projekten, die mit viel Versprechen starten - und dann verschwinden. MyCoinStory ist kein Einzelfall. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen sollte.
Frequently Asked Questions
Ist MyCoinStory noch aktiv?
Nein, MyCoinStory ist nicht mehr aktiv. Seit 2023 zeigt unabhängige Datenanalyse 0 Handelsvolumen und 0 Handelspaare. Die GitHub-Seite wurde 2021 zuletzt aktualisiert, und es gibt seit 2020 keine offiziellen Updates mehr. Die Plattform ist inaktiv oder vollständig eingestellt.
Hat MyCoinStory eine mobile App?
Nein, MyCoinStory hat niemals eine mobile App für iOS oder Android angeboten. Das war ein gravierender Nachteil, da fast alle großen Kryptobörsen heute eine App haben. Nutzer mussten den Desktop-Browser nutzen - was für den Alltag unpraktisch ist.
Warum wurde MyCoinStory geschlossen?
MyCoinStory ist gescheitert, weil es nie genug Nutzer anziehen konnte. Keine App, kein Fiat, keine Transparenz und kein Marketing führten zu einem extrem niedrigen Handelsvolumen. Ohne Liquidität konnten die Gebühren nicht genug Einnahmen bringen, um Betrieb und Entwicklung zu finanzieren. Die Börse verschwand einfach - ohne Ankündigung.
Kann ich mein Geld von MyCoinStory zurückholen?
Es ist extrem unwahrscheinlich. Da die Plattform keine Regulierung hat und keine Kommunikation mehr stattfindet, gibt es keinen Support, keine Auszahlungslogik und keine Möglichkeit, Konten zu überprüfen. Wenn du Geld dort hast, solltest du davon ausgehen, dass es verloren ist.
Wo war MyCoinStory registriert?
Es gibt widersprüchliche Angaben: Einige Quellen nennen Singapur, andere die Seychellen. Die Seychellen-Registrierung ist besonders riskant, da es dort keine Krypto-Regulierung gibt. Nutzer haben keinen rechtlichen Schutz, wenn die Börse verschwindet.
Warum wurde MyCoinStory als "innovativ" beschrieben?
Zu Beginn wurde MyCoinStory als innovativ bezeichnet, weil es als erste Börse Futures auf TRONs SUN und Klaytns KLAY anbot - zu einer Zeit, als andere Börsen noch auf Bitcoin und Ethereum fokussiert waren. Aber Innovation ohne Nutzerbasis und Infrastruktur ist nur ein kurzfristiger Hype - und wurde schnell von größeren Plattformen übertroffen.
Was solltest du jetzt tun?
Wenn du MyCoinStory noch auf deinem Gerät hast: Deinstalliere es. Lösche alle gespeicherten Anmeldedaten. Prüfe deine Wallets - ob du dort jemals Geld hingewiesen hast. Und vergiss die Plattform. Sie ist tot.Wenn du Derivatetrading ausprobieren willst: Geh zu einer Börse mit echter Reputation. Binance, Bybit, OKX - sie haben alles: Apps, Fiat, Sicherheit, Liquidität und Support. Sie sind nicht perfekt - aber sie sind da. Und sie werden nicht einfach verschwinden, ohne dass du es merkst.
MyCoinStory war ein Traum, der nie Wirklichkeit wurde. Lass dich nicht von alten Werbeversprechen täuschen. In der Krypto-Welt zählt nicht, was einmal versprochen wurde - sondern was heute funktioniert.
Stefaan Scheyltjens
Januar 27, 2026 AT 12:34Die Abschaltung von MyCoinStory ist kein Zufall - es ist ein klassisches Beispiel für die instrumentelle Enteignung durch das dezentrale Kapital. Die Seychellen-Registrierung? Ein bewusst gewählter juristischer Nebel, um den Haftungsanspruch zu vernebeln. Wer in einer solchen Jurisdiktion investiert, unterschreibt stillschweigend eine Kündigung seiner Rechte - und wird dann überrascht, wenn die Börse verschwindet. Die Wahrheit? Es war nie eine Börse. Es war ein Phönix-Modell: brennen, um die Investoren zu verschlucken, und dann aus der Asche der Verzweiflung neue Projekte zu schaffen. Die Community hat es nicht gesehen - weil sie nicht sehen wollte.
Daniel Schädler
Januar 28, 2026 AT 17:57Ich verstehe die Wut, aber es ist wichtig, nicht zu verallgemeinern. MyCoinStory war ein kleines Projekt mit einem klaren Fokus - und es scheiterte an den grundlegenden Regeln des Marktes: Liquidität, Zugänglichkeit, Vertrauen. Keine App, kein Fiat - das ist kein Verbrechen, sondern ein strategischer Fehler. Es gibt Hunderte von Börsen, die genau das gleiche Schicksal erlitten haben. Die Lösung? Nicht Wut, sondern Bildung. Wer in Krypto investiert, muss lernen, auf Transparenz, Aktualität und Community zu achten - nicht auf Werbeversprechen. MyCoinStory war ein Lehrbeispiel - und jetzt wissen wir es besser.